FINE ART PHOTO - No. 35

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Fotografen dieser Ausgabe   Katerina Belkina Katerina Belkina entstammt einem... mehr

Fotografen dieser Ausgabe

 

Katerina Belkina

Katerina Belkina entstammt einem russischen Künstlerhaushalt. Sie wurde geboren in Kuibyschew, heute Samara, im Südosten Russlands. Katerina studierte an der dortigen Kunstakademie und arbeitete später in einem Verlag, ehe sie sich im Jahr 2000 an der Musorin-Akademie für Fotografie einschrieb. Parallel dazu arbeitete sie als Computergrafikerin bei einem TV-Sender. All diese Kenntnisse fließen ein in ihre ungewöhnlichen Fotografien. Im Mittelpunkt ihrer Aufnahmen: Frauen. Meist schlüpft sie selbst in die Rolle der Protagonistin. Die Serie »Paint« assoziiert historische Gemälde in einem modernen Kontext, sie verbindet Kunstgeschichte und Gegenwart auf sehr besondere Weise. Die berühmten Hauptdarstellerinnen der Bilder scheinen aus der Zeit gefallen, in der sie auf die Leinwand gebannt wurden, sie werden neu verortet. Gemälde und Fotografie überlagern sich. Was ist fotografiert, was gemalt, was hat der Computer generiert?

Belkina nimmt Anleihen bei Gemälden berühmter Maler von Renaissance bis Moderne. Sie verwebt sie mit gegenwärtigen Landschafts- und Ortsmarken und erzählt damit Geschichten. Nicht von ungefähr tragen Aufnahmen Titel wie »Für Rousseau«, »Für Kahlo«, »Für Picasso«. Andere verblüffend inszenierte Selbstporträts bedienen sich bei Märchen und Fabeln, aktuellen Gesellschaftsthemen oder Zukunftsszenarien. In der Serie »Hyroglyphen« bekommen Körperteile tragende Rollen. Allen Aufnahmen eigen ist die Faszination, die von ihnen ausgeht.

Belkinas Fotografie wurde in großen internationalen Magazinen gezeigt. Lang ist die Liste ihrer Auszeichnungen. Sie stellte unter anderem in den USA, Russland, China und Deutschland aus. Seit zehn Jahren lebt und arbeitet sie in Berlin.


Anastasia Mihaylova

Anastasia Mihaylova ist Fotografin und Modell. Sie bekam ihre erste professionelle Kamera mit 14 Jahren im Jahr 2009. In Warschau absolvierte sie ein Studium an der Akademie für Fotografie. Jahrelang fotografierte sie professionell verschiedene Genres wie Hochzeiten, auch zu Reportagen steuerte sie Fotos bei. Sie habe alle Genres der Fotografie ausprobiert und »erst im Akt-Genre meine Berufung gefunden«, sagt sie. »Ich glaube, dass es nur durch den Akt möglich ist, zu zeigen, wer wir sind – und wir sind in erster Linie Kinder der Natur.«

Ihre Fotos wurden und werden auf vielen internationalen Ausstellungen und in Magazinen gezeigt.

Selten arbeitet Anastasia mit neuen Modellen. Die meisten Aufnahmen entstehen mit Menschen, die sie gut kennt und mit denen sie sich ohne Worte versteht. Manche Fotoserie entsteht innerhalb von zehn Minuten, andere benötigen ausgiebig Zeit. Manchmal fotografiert sie spontan, wenn sie auf inspirierende Orte stößt. Meist aber werden die Aufnahmen konzeptionell geplant. Studiolicht sei absolut nichts für sie, sagte sie im Gespräch mit Thomas Berlin. Sie nutze natürliches Licht, manchmal helfe auch eine Tischlampe.

Anastasia fotografiert Menschen ohne Make-up, Kleidung und Maniküre. »Ich retuschiere die Menschen auf meinen Bildern nicht, denn nur ohne all das Lametta kann man zeigen, wie schön ein Mensch ist. Nur eine Person und eine Kamera und
sonst nichts.«

Sie helfe den Menschen, sich selbst so zu lieben, wie die Natur sie geschaffen habe. »Ein gutes Bild ist ein Bild, das die Idee des Autors ohne Beschreibung, ohne Worte vermittelt und das Emotionen auslöst.« Anastasia arbeitet auch als Modell, davon künden eindrucksvolle Selbstporträts.

insta: @mihaylova_jpg2

 

 

Maarten Koch

Der niederländische Fotograf wurde 1968 in Amsterdam geboren. Sein Vater war Fotograf, Maarten stand schon als Elfjähriger in der Dunkelkammer. Seit 35 Jahren arbeitet Maarten Koch als selbständiger Fotograf, betätigte sich auch für Zeitschriften und in der Werbebranche. Irgendwann wurde der Wunsch übermächtig, wieder in die Dunkelkammer zu gehen – er begann, mit der Nassplattenfotografie zu experimentieren, baute seine eigene mobile Dunkelkammer und hielt nach einer Holzplattenkamera Ausschau. Nach ein paar Jahren wurde aus ihm ein Vollzeit-Nassplattenfotograf. »Ich habe mich in dieses Verfahren verliebt«, sagt er. »Es scheint wie Magie. Die Natur, eine nostalgische Kamera und eine Silberplatte. In wenigen Sekunden reist man 170 Jahre zurück in die Vergangenheit – um durch eine Komposition von Elementen in die Gegenwart zurückzukehren. Verewigt in Silber. Das ist analoge Fotografie in ihrer ursprünglichsten Form.«

Maarten Koch hat dieses Handwerk zu einer Kunst erhoben. Sein Spiel mit Silber und Licht gibt der empfindlichen Platte eine neue Bedeutung. So entstehen geheimnisvoll wirkende Porträts, Akte und Landschaften.

Diese Technik wurde 1851 von Frederick Scott Archer erfunden. »Es ist ein magischer Prozess, der immer wieder überrascht und verblüfft, weil man den Elementen ausgeliefert ist. Jede Veränderung im Prozess führt zu einem unvorhersehbaren Ergebnis: vom Mischen des Kollodiums über das Einlegen des Silbers bis hin zum Fotografieren, Entwickeln und Fixieren der Platte. Jedes Foto ist einzigartig, und das ist so cool. Reines Silber, mit einem goldenen Rand!«

Maarten Kochs Fotos sind im In- und Ausland zu sehen, sie finden sich unter anderem in Sammlungen in Italien, Portugal, Schottland, Südafrika oder den USA. Er lebt und arbeitet in den Niederlanden.

insta: @maartenkoch

 


Laura Bonnefous

Die in Paris lebende Fotografin Laura Bonnefous beeindruckt durch eine besondere Mischung aus Poesie und Realität. Die Beziehungen zwischen Mensch und Landschaft setzt sie ebenso ins Bild wie die Beziehungen zwischen verschiedenen Menschen. Dabei bildet sie Räume und Situationen, denen sie begegnet, im Studio nach. Ihre Räume sind eigene Universen, metaphorisch, persönlich, skulptural. Ihre Mixed Media Praxis , inspiriert von der Bildhauerei und der Performance, umfasst einen ganzen Kosmos von Eindrücken und Assoziationen.

Laura studierte fünf Jahre an der Beaux-Arts in Paris, ein Jahr am Otis College of Art and Design in Los Angeles und an der Gobelins l‘école de l‘image Paris. Sie nahm an zahlreichen Fotofestivals und Ausstellungen in Frankreich und im Ausland teil. Lauras Arbeiten wurden mit vielen Preisen geehrt.

Ihre erste Monografie veröffentlichte sie im Jahr 2021, ein Jahr später erschien »Kilamba«.  Dazu sagt sie: »Die Entdeckung der Stadt Kilamba in Angola war für mich wie ein Elektroschock.« Sie habe unbedingt an diesem Ort arbeiten wollen –
wegen seiner geopolitischen Geschichte, die sich in seinen aktuellen Problemen spiegele. Und wegen seiner Beziehung zur Farbe. Der mit chinesischer Finanzhilfe errichtete Ort schaffe ein fast fiktives Gebiet inmitten der angolanischen Landschaft. »Architektur und schwebende Atmosphäre sind fast unwirklich. Ich wollte das Gelände erforschen, soziale und strukturelle Zusammenhänge verstehen. Es ging darum, eine Art spontane Archäologie zu betreiben und gleichzeitig ein Porträt zu schaffen, das die Beziehungen zwischen den Menschen und dieser Umgebung aufzeigt.« Sie nutzt Farben und Formen, um dieses besondere Feld zwischen Afrika und China zu verstehen und zu beleuchten.

 

insta: @laurabonnefous



Fanny Penin

Jeden Tag Fotos zu machen ist wie Notizen zu machen und den Moment in all seinen Schattierungen zu erfassen, sagt die Fotografin Fanny Penin. Spannungen und Störungen, Chaos und Bedeutung, will sie festhalten. Penin will Geschichten erzählen und damit Erzählungen schaffen. »Ich schreibe mit Bildern wie mit Worten«, erläutert sie. Seit den späten Teenager-Jahren sind Dunkelkammern mit Vergrößerungsgeräten in ihrer Nähe, ob in Badezimmern oder Studios. Ihr persönliches Logbuch ist Leitfaden ihrer Kunst, Visionen und Empfindungen werden auf Schwarz-Weiß-Film übertragen.

Fanny Penin arbeitet allein, navigiert durch ihren großen, fragilen Kosmos. Und ist doch auch gemeinsam mit anderen Künstlern unterwegs. Mit dem Bildhauer Bernhard Lancelle eröffnete sie in Paris eine Atelier-Galerie, vier Jahre lang war dort ein kreativer Treffpunkt für Künstler vieler Coleur. Mit dem Fotografen Maurizio Leonardi gründete sie das Kollektiv LaRumeur, wohnte in einem besetzten Haus in der Bretagne und schuf das Werk »Hinter den Kulissen, Les Roches Blanches«, eine Installation analoger Drucke auf recycelten Gegenständen.

Eine neue Episode ihres Logbuchs trägt den Titel »Les Assises«. Ausgangspunkt war ein Stuhl, der eine ganze Geschichte nach sich zog. Fanny Penin taucht ein in ihre Reisen, in die Notizen ihres Lebens. Sie spürt einsamen Wesen nach, die jeweils eigene Sprachen sprechen. Dabei helfen ihr Masken aus Erde, Haaren, Stoff, Farbe, Haut und Licht. Sie verbergen und enthüllen. Und der während des Fotografierens erlebte Moment taucht in der Dunkelkammer wieder auf.


Carmen de Vos

Die belgische Künstlerin Carmen De Vos ist eine langsame Fotografin. Sie ist Autodidaktin, registriert, porträtiert und denkt sich seltsame Geschichten aus. Sie fotografiert Polaroids, um die geistigen Eskapaden festzuhalten, die ihr so leicht aus dem Ruder laufen. Carmen De Vos hat ein Faible für das Unvollkommene. Sie umarmt den Fehler, die Verfärbung, die Unschärfe und liebt es, das ihr bestmögliche Bild zu schaffen. Ein Prozess, der sie sowohl fasziniert als auch frustriert. Sie sehnt sich enorm nach dem, was sie zu verlieren fürchtet: echter menschlicher Kontakt, die Langsamkeit des Seins und des Schaffens und die Greifbarkeit der Materialien.

Für TicKL, ihr englischsprachiges Kunstporno-Magazin, in dem sie anspruchsvolle Etikette mit lustvoller Erotik mischte, frönte sie der hausgemachten Ausschweifung. Zu ihrer frivolen Bildsprache steht sie bis heute. Eigenwillig zu sein und gegen den Strom zu schwimmen, das motiviert sie. 2018 bündelte sie ihre sinnlichen Polaroids in der schön gestalteten Monografie »The Eyes of the Fox«. Für ihre Kunstfotografie und ihre Arbeit für die belgische Presse wurde sie 2020 mit dem Louis Paul Boon Preis ausgezeichnet. In diesem Jahr erschien ihr Fotobuch »Belly Riot«, für das sie schwangere Frauen fotografierte. Es zeigt  einen fantasievollen, durchaus auch kontrovers diskutierten Kosmos. Das Buch fängt die Schönheit und Stärke von schwangeren Frauen ein und stellt dabei traditionelle Normen in Frage. Altmodische Polaroids und neumodische Digitalfotos zeigen eine Parade von werdenden Müttern, die ihre Kurven umarmen und ihre Sexualität auf mutige, gelegentlich schamlose Weise behaupten. Sie erzählen von der Ermächtigung der Frauen, ihre Körper zu umarmen und die innere Stärke zu feiern, sie wollen Mut und Widerstandsfähigkeit von Frauen auf der ganzen Welt zeigen.

 

insta: @carmendevoss

www.carmendevos.com



Klaus Elle

Im Jahr 1954 in Leipzig geboren, hat Klaus Elle schon als junger Mann fotografiert. 1976 begann er ein Fotografie-Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, später schloss sich ein Meisterstudium der experimentellen Malerei an. Parallel dazu arbeitete er als freischaffender Fotograf, stellte unter anderem in Dresden und Zürich und in der berühmten Leipziger Hinterhof-Galerie Eigen+Art aus. Sein Antrieb, forschende Erkenntnis mit künstlerischen Mitteln zu betreiben, führte zum Konflikt mit der Staatsmacht.

1988 ging er nach Hamburg. Von dort aus betreute er internationale Ausstellungsprojekte, schrieb und publizierte Bücher, gründete gemeinsam mit Gleichgesinnten Beratungsfirmen wie das Da-Vinci-Team und arbeitete mit internationalen Unternehmen zusammen. Neben Lehraufträgen an verschiedenen Kunsthochschulen in den Gebieten Bildästhetik und -gestaltung war er beteiligt an der Entwicklung von Konzepten und Szenarien für die Ausbildung von Studenten im Bereich Nachhaltigkeit. Seine Ausstellungen und Kunstprojekte wurden weltweit gezeigt.

Klaus Elle sieht sich bis heute als Suchender in einer hochkomplexen, instabilen Wirklichkeit. Der fotografische Apparat ist für ihn ein Sensor bei seinen Erkundungen, beim Navigieren hilft ihm die Kunst. Beim Fotografieren will er nicht zu viele
Gefühle zeigen, weil sonst die Bilder verwackeln, dafür fühlt er im Anschluss über die fotografischen Oberflächen, überzeichnet oder zerkratzt sie, färbt die technischen Realitätskonstrukte.

Das Nicht-Sichtbare darstellen und das Sichtbare interpretieren, so umschreibt er seine künstlerischen Ziele. Davon erzählt auch die Serie »Erleuchtungen«, die er als eine persönliche Reise in die Kellerräume vergessener Erinnerungen beschreibt. Was sollte ich denn auch anderes auf diesem Planeten tun als suchen, fragt er.

 

insta: @elleklaus



Gerhard Krönes

Gerhard Krönes ist Professor für Betriebswirtschaftslehre und Autor zahlreicher Publikationen zum Public und Nonprofit-Management. Er lebt in der württembergischen Stadt Weingarten. Er fotografiert seit seiner Jugend und konnte sich schon immer für die Schönheit alter Gebäude begeistern. Ein entscheidender Impuls, dieser Liebe mehr Raum zu geben, war die Begegnung mit den Werken von Sven Fennema. Der Betrachter wird eingeladen, in marode Gebäude einzutreten und ihrer Geschichte nachzuspüren. Seit 2018 unternimmt Gerhard Krönes gemeinsam mit seiner Frau Dorothee, die ebenfalls fotografiert, Fotoreisen vorwiegend nach Italien. Sie setzen den morbiden Charme längst verlassener Villen, Burgen und Sanatorien sensibel in Szene und zeigen den Betrachtern Lost places, verlorene, vergessene, dem Verfall preisgegebene Orte.

Es erfordert aufwendige Recherchen, die längst nicht mehr genutzten Perlen der Architektur vor allem aus dem 19. Jahrhundert aufzuspüren. Als Belohnung winkt oft, dass sich die Gebäude in ihrer noch erkennbaren früheren Pracht präsentieren. Die menschliche Kreativität, die dabei augenscheinlich wird, ist es wert, wenigstens im Bild festgehalten zu werden, wenn schon die Gebäude dem langsamen witterungs-, oft aber leider auch vandalismusbedingten Verfall ausgesetzt und vielfach nicht mehr zu retten sind. Die Bilder vergessener Zeiten zeigen Räume im Dornröschenschlaf. Sie sollen den Betrachter erfreuen, ihn aber auch anregen zum Nachdenken über das menschliche Leben. Sie haben durchaus meditativen Charakter. Und sie helfen, die Schönheit der Bauten zu zeigen und die Kulturgüter zumindest auf den Bildern für die Nachwelt zu erhalten.

Gerhard Krönes hat seine Aufnahmen bereits auf mehreren Ausstellungen gezeigt und bereitet die Veröffentlichung eines Bildbandes vor.

 


Patrick Leclerc

Patrick Leclerc ist ein französischer Fotograf, der an der Pariser École Efet studiert hat. Er begann seine Karriere mit Anfang 20 auf Filmsets an der Seite von Bertrand Tavernier und anderen Größen und wandte sich dann der Modefotografie zu.

1993 gründete er mit mehreren Fotografen das Studio »Lucy in the Sky«. Seit mehr als 20 Jahren ist er selbstständig und arbeitet mit Pariser Magazinen, Handelsunternehmen und Agenturen zusammen. Leclerc fühlt sich in Straßenfotografie, Reportagen oder Kunstprojekten gleichermaßen zuhause. Sein Credo: Die Kunst ist nicht wesentlich für das Leben, das Leben jedoch wesentlich für die Kunst, denn es bedeutet Liebe, Energie, Humor und Begegnungen. Die Fotografie sieht er als Bindemittel, die das alltägliche Leben mit Bedeutung auflädt.

Eindrucksvoll sind Leclercs Fotos von Menschen aus dem Volk der Himbas – Nomaden im Nordwesten Namibias. Die Himbas haben die große, von westlichen Praktiken und Werten beherrschte Welt erst vor etwa 20 Jahren entdeckt. Entgegen allen Erwartungen haben sie sich an sehr schwierige Lebensbedingungen angepasst und das Gleichgewicht gefunden, das eine launische, oft furchterregende Umwelt erfordert. Sie wissen, dass sie sich verändern müssen. In der Praxis sind die Himbas noch überwiegend an ihr Land, ihr Leben als nomadische Viehzüchter und ihre uralten Traditionen gebunden. Die Fotos strahlen Stolz und Selbstbewusstein aus und erzählen auch von der vertrauensvollen Atmosphäre, in der sie entstanden.

Seit Jahren nimmt Leclerc am Europäischen Treffen der Fotografie in Arles teil. Hier wurde er 2014 mit seiner Ausstellung »Animals« von einer New Yorker Galerie entdeckt. Leclerc wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, seine Bilder werden in Galerien in vielen Ländern gezeigt.

 

insta: @patrickleclerc_photographe



Michel Charles

Der Fotograf Michel Charles lebt im Süden Frankreichs, in der Nähe von Anduze. Schon früh interessierte er sich für die verschiedenen technischen und ästhetischen Aspekte seines Fachs. Inzwischen testet er seit mehr als 50 Jahren die konventionellen Grenzen des fotografischen Bildes und sucht nach neuen Verfahren, um Bilder zu schaffen.

Der Körper der Frau ist sein bevorzugtes Medium. 1993 wurde ihm die große Ehre zuteil, im Carrousel du Louvre ausgestellt zu werden. Seitdem hat er immer wieder experimentiert, um neue Darstellungen des Körpers hervorzubringen.

Dabei erfand er – basierend auf Arbeiten der Ingenieure Christian Nguyen und Laurent Bourdelain – ein völlig neues Verfahren, die Metakinese. Sie stellt den Zeitverlauf auf einem sich bewegenden Körper in einer neuen Form dar. Zunächst experimentierte er auf Film, später digital. Die Metakinese übersetzt die Dauer eines Ereignisses in ein einziges Bild. »Es ist das Prinzip des langsamen Vorhangverschlusses, der ein Motiv aufnimmt, wenn es seinen Weg kreuzt. Wenn sich das Motiv nicht bewegt, wird es nicht verzerrt. Wenn es sich bewegt, schon. Das ist wie ein Objekt, das man über das Glas eines Scanners bewegt«, erläutert er.

Die durch die Metakinese erzeugten Verzerrungen sind also nicht auf Retusche zurückzuführen. Sie sind immer ein getreues Abbild der Aufnahme. Im Gegensatz zum fotografischen Schnappschuss, der die Bewegung einfriert, gibt die Metakinese die Bewegung in ihrer Integrität wieder. Die fotografischen Kreationen üben in ihrer Mischung aus Statik und Bewegung eine besondere Faszination auf den Betrachter aus.

www.charles-mtc.com

 

 

Sarah Caron »Pakistan«

PAKISTAN – wo die Berge weinen – ist eine liebevolle Verneigung vor einer Jahrhunderte alten Kultur und zugleich die Retrospektive des beeindruckenden fotografischen Werkes der französischen Fotografin Sarah Caron. Kurz bevor am 27. Dezember 2007 im pakistanischen Rawalpindi Benazir Bhutto ermordet wurde, hatte Sarah Caron die ehemalige Premierministerin des Landes noch interviewt. Zum Attentatszeitpunkt war sie auf dem Weg zu einer Veranstaltung mit Bhutto und fand sich plötzlich in einer der turbulentesten Phasen der islamischen Republik wieder, die sie bereits seit über zehn Jahren bereiste.

Caron zeigt uns in ihren Fotos die ganze Vielfalt dieses Landes: von den pulsierenden und quirligen Megacitys bis zu den wüstenartigen Vorgebirgen des Hindukusch, über den sich Straßen schlängeln, auf denen schwere, mit bunten Girlanden behängte Lastwagen ihre Furchen ziehen. Sie hat vergessene Volksgruppen besucht, die außerhalb der Zeit zu leben scheinen, wie etwa die letzten Kalasha von Chitral, in denen manchmal fälschlicherweise die Nachfahren von Alexander dem Großen gesehen werden, oder die Mohana, die am Manchar-See im Tal des Indus leben und dort ihre Traditionen bewahren.

Die Bilder werden von einem von Caron selbst verfassten Text begleitet, der uns informativ vor Augen führt, warum das Land zu den ärmsten dieser Welt gehört. Hierbei kommen weder die ethisch-religiösen, die genderspe-
zifischen, die politischen oder wirtschaftlichen Hintergründe zu kurz und doch gelingt es Caron, die Lebensfreude der Menschen und die Pracht des Landes zu zeigen. Die französische Fotografin wählt stets einen sehr persönlichen und damit einzigartigen Ansatz für ihre Arbeit: Sie taucht tief in das Leben der Menschen ein und nimmt sich viel Zeit, um deren Lebensumstände zu vermitteln.

Ein gelungener Photoband, der uns vor Augen führt, wie eindrucksvoll und kunstvoll Dokumentationen sein können.

Sarah Caron »Pakistan«  
ISBN 978-3-903101-94-4 | 144 Seiten | 49,90 Euro

 

 

Thomas Höpker »Italia«

Ein visueller Genuss ist das von Thomas Gust kuratierte Fotobuch, das frühe Bilder des international bekannten Fotografen Thomas Höpker (engl. Hoepker) versammelt. Höpker beginnt bereits im Alter von 14 Jahren zu fotografieren und mit einer Plattenkamera zu arbeiten. 1956 gewinnt er auf der Kölner Photokina, der damals weltweit größten Fotomesse, den Wettbewerb »Jugend photographiert« und verkauft erste Bilder. Aus den Erlösen erwirbt er eine Leica MP und reist nach Italien. Die Reise ist für den 19-jährigen Abiturienten eine Befreiung und öffnet den Blick in eine andere Welt, auf ein anderes Leben. Er fotografiert in den großen Städten, bereist aber auch intensiv den Süden Italiens, Sizilien und Kalabrien. Sein Blick ist der eines Entdeckers, eines Jugendlichen, der eine für ihn neue Welt betritt.

Überraschend ist, wie sehr die Bildsprache, für die Thomas Höpker bekannt ist, damals bereits vorhanden ist. Erstmals fotografiert er Menschen, versucht dabei, seine szenischen Ansätze umzusetzen. Es entstehen Serien, die abgeschlossene Geschichten erzählen und eine soziale Sichtweise, die ihn sein Leben lang begleiten wird. Innerhalb von drei Jahren sind mehr als 10.000 Negative beisammen. 124 von ihnen stellt Thomas Höpker nun in seinem Verlag Buchkunst Berlin unter der Kuration von Thomas Gust vor. Bilder, die abseits der touristischen Motive entstanden oder sie allenfalls als Kulisse nehmen, Bilder, die das Alltagsleben widerspiegeln.

Thomas Gust gelingt es mit dem Buch, das Italien der 50er Jahre nachzuzeichnen und das früheste Schaffen Höpkers zu dokumentieren und zu reproduzieren.  Das Buch ist liebevoll und abwechslungsreich gestaltet und ist ein Muss für alle Italienfreunde. Noch bis 24. Januar 2024 sind die Fotos in der Galerie Buchkunst Berlin zu sehen.

Thomas Höpker »Italia«
Kunstverlag Berlin | ISBN 978-3-89-19805-7-8 | 200 Seiten | 45,00 €

 

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